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Geprüft von Fabian Bitzer, ehemaliger Azubi und Gründer von BerichtsheftKI
Industrie | IHK

Berichtsheft Produktveredler-Textil

Ein Berichtsheft für Produktveredler-Textil ist der gesetzlich vorgeschriebene Ausbildungsnachweis (§43 BBiG), in dem Auszubildende wöchentlich ihre Tätigkeiten und Lerninhalte über die gesamte 3-jährige Ausbildungsdauer dokumentieren. Als Produktveredler-Textil veredelst du textile Flächen durch Färben, Drucken, Beschichten, Ausrüsten und Kalandrieren. Du arbeitest in Färbereien, Druckereien und Ausrüstungsbetrieben der Textilindustrie und beherrschst chemische und mechanische Veredlungsverfahren. Deine Aufgaben umfassen das Ansetzen von Farbbädern und Druckpasten nach Rezeptur, das Bedienen von Färbemaschinen (Jigger, Jet, Pad-Roll), Druckmaschinen (Rotationssiebdruck, Digitaldruck) und Ausrüstungsanlagen (Stenter, Kalander). Du prüfst Farbechtheit, Maßbeständigkeit und Griffigkeit nach Norm und beherrschst Warenstrommmanagement sowie Rezepturverwaltung am PC. Grundkenntnisse in Textilchemie (Reaktivfarbstoffe, Dispersionsfarbstoffe, Bindemittel) sind unverzichtbar. Im Berichtsheft beschreibst du wöchentlich konkret, welche Veredlungsverfahren du durchgeführt hast, welche Maschinen und Chemikalien du eingesetzt hast und welche Qualitätsprüfungen du vorgenommen hast. Fachbegriffe wie Farbrezeptur, Ausziehverfahren, Klotzverfahren, Fixierung (Thermosolierung, Dämpfen), Farbechtheit (ISO 105), Scheuerfestigkeit, Warenlänge und Warenbreite gehören regelmäßig rein. Häufiger Fehler: Azubis beschreiben die Tätigkeit ohne Maschinentyp, Farbstoffklasse und Prüfergebnis.

Auf einen Blick

3

Jahre Ausbildung

IHK

Zuständige Kammer

10

Rahmenplan-Positionen

7

Lernfelder

Das Berichtsheft ist laut §43 BBiG Zulassungsvoraussetzung zur Abschlussprüfung. Rahmenplan-Daten basieren auf der BIBB-Datenbank und gesetze-im-internet.de.

Was steht im Ausbildungsrahmenplan für Produktveredler-Textil?

Diese Berufsbildpositionen definieren was du in deiner Ausbildung lernst. Die Begriffe sollten in deinem Berichtsheft vorkommen.

Nr. Berufsbildposition Wochen
1 Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht 3
2 Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes 2
3 Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit 3
4 Rohstoffe und Halberzeugnisse 8
5 Textilchemikalien und Hilfsmittel 10
6 Färberei und Klotzen 14
7 Drucken und Bedrucken 12
8 Ausrüsten und Kalandrieren 10
9 Qualitätsprüfung und Messtechnik 10
10 Umweltschutz und Abwasserbehandlung 6

Wie sieht ein Berichtsheft für Produktveredler-Textil aus?

So kann ein Wochenbericht als Produktveredler-Textil aussehen. Unsere KI erstellt ähnliche Einträge aus deiner 45-Sekunden-Sprachnachricht.

KW 5 1. Lehrjahr

Faserbestimmung und Anfärbeverhalten: Baumwolle (CO), Polyester (PES) und Polyamid (PA) mit Reaktivfarbstoff, Dispersionsfarbstoff und Saurefarbstoff angefärbt. Unterschiede im Farbaufzug (Ausfärbung) und der Farbtiefe protokolliert. Brennprobe zur Faseridentifikation durchgeführt. Ergebnis in Mustertafel festgehalten.

KW 17 1. Lehrjahr

Jetfärbemaschine: Baumwollgewebe mit Reaktivfarbstoff (Dichlorotriazin-Typ) im Ausziehverfahren gefärbt. Rezeptur: Farbstoff 2 % (o.W.F.), Soda 20 g/l, Kochsalz 60 g/l. Temperaturgradient 30 auf 60 Grad Celsius, Haltezeit 60 min. Nach Fixierung gründlich gespült und geseift. Farbtiefe mit Reflexionsspektrometer gemessen.

KW 29 2. Lehrjahr

Klotzfärbung Pad-Roll-Verfahren: Polyester-Baumwoll-Mischgewebe (65/35) geklotzt. Farbflotte: Dispersionsfarbstoff 30 g/l plus Reaktivfarbstoff 20 g/l. Quetschwerk auf 80 % Flottenaufnahme eingestellt. Thermosolierung Dispersionsfarbstoff: 210 Grad Celsius, 60 Sekunden. Anschliessend Dämpfen Reaktivfarbstoff: 102 Grad Celsius, 8 Minuten. Farbechtheitsprüfung nach ISO 105-C06 bestanden.

KW 38 2. Lehrjahr

Rotationssiebdruck: Pigmentdruck auf Baumwolljersey. Druckpaste angesetzt: Pigment 80 g/kg, Bindemittel 150 g/kg, Verdicker 20 g/kg. Rapportlänge 640 mm, 3 Farben übereinander gedruckt. Fixierung im Stenter: 160 Grad Celsius, 90 Sekunden. Reib- und Waschechtheit nach ISO 105-X12 und ISO 105-C06 kontrolliert.

KW 44 3. Lehrjahr

Softausrüstung Stenter: Baumwollpopeline mit Silikonsoftener (30 g/l) und Hochveredlungsausrüstung (Dimethylol-Dihydroxyethylen-Harnstoff, 80 g/l) ausgerüstet. Stenterbreite 148 cm, Temperatur 160 Grad Celsius, Geschwindigkeit 30 m/min. Griffigkeit, Warenbreite und Schrumpf nach DIN 53892 vor und nach Ausrüstung gemessen und protokolliert.

KW 51 3. Lehrjahr

Qualitätskontrolle und Reklamationsbearbeitung: Kundenbeanstandung Farbabweichung (Delta-E 2,8, Toleranz Delta-E max. 1,5). Färbebuch und Rezeptur verglichen. Fehlerursache: Salz-Dosierung zu niedrig. Korrekturfärbung mit angepasster Rezeptur durchgeführt. Farbmessung der Korrekturfärbung: Delta-E 0,8 - Toleranz eingehalten. Abschlussprotokoll erstellt.

Welche Lernfelder hat die Berufsschule für Produktveredler-Textil?

LF Bezeichnung Stunden
1 Textilveredelung und Ausrüstungsverfahren erkunden 60h
2 Vorbehandlungsverfahren durchführen 80h
3 Textilien färben 80h
4 Textildruckverfahren anwenden 80h
5 Textilien ausrüsten und beschichten 60h
6 Qualitätssicherung in der Textilveredelung 60h
7 Betriebliche Aufgaben wahrnehmen 60h

Was muss ich als Produktveredler-Textil über das Berichtsheft wissen?

Was gehört ins Berichtsheft als Produktveredler-Textil?
Beschreibe jede Woche, welches Veredlungsverfahren du durchgeführt hast (Färben, Drucken, Ausrüsten), welche Maschinen und Chemikalien du eingesetzt hast und welche Qualitätsprüfungen du vorgenommen hast. Farbstoffklassen, Maschinenparameter und Prüfergebnisse nach ISO-Norm gehören in jedes vollständige Berichtsheft.
Welche Fachbegriffe gehören als Produktveredler-Textil ins Berichtsheft?
Reaktivfarbstoff, Dispersionsfarbstoff, Ausziehverfahren, Klotzverfahren, Thermosolierung, Dämpfen, Farbechtheit (ISO 105), Rotationssiebdruck, Pigmentdruck, Bindemittel, Stenter, Softausrüstung und Delta-E-Wert. Diese Begriffe verbinden Textilchemie mit Maschinentechnik und Qualitätssicherung.
Was ist der Unterschied zwischen Färben und Drucken in der Textilindustrie?
Beim Färben wird das gesamte Textil gleichmäßig eingefärbt, zum Beispiel im Jet oder durch Klotzverfahren. Beim Drucken werden Farben nur an bestimmten Stellen aufgebracht, um Muster zu erzeugen, zum Beispiel per Rotationssiebdruck oder Digitaldruck. Im Berichtsheft beschreibst du beide Verfahren mit Maschine, Farbstofftyp, Fixierparametern und Prüfergebnis.

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